Der Wein-Anteil an der Landwirtschaft ist nirgends so hoch wie an Pinka, Leitha und Neusiedler See

Wenn es wieder um Sinn und Unsinn des Achtel-Trinkens geht, sollte man diese Zahl parat haben: 3,8 Milliarden Euro. So viel trägt die heimische Weinwirtschaft zur Bruttowertschöpfung im Land bei. Allein das Steueraufkommen macht 1,2 Milliarden Euro aus.

Christian Helmenstein und Johannes Schmuckenschlager (re.), © Roland Graf

„Die österreichische Weinwirtschaft steht nicht nur für Gastfreundschaft und Lebensfreude, sondern schafft auch einen enormen wirtschaftlichen Mehrwert“, sagt dazu Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein. Er hat mit seiner „Economica GmbH“ die Effekte erhoben, die der Weinbau bundesweit hat.

Schon vor 10 Jahren hat die Österreich Wein Marketing (ÖWM) die Rolle der Branche untersucht, nun war es Zeit für eine neue Standortbestimmung. Denn für den Präsident des Weinbauverbands, Johannes Schmuckenschlager, ist es wichtig, „durch Aufzeigen der Wertschöpfung zu einer Wertschätzung gegenüber dem zu kommen, was die über 10.000 Weinbaubetriebe leisten“.

Das Burgenland profitiert besonders stark

Interessanter Weise ist der größte Wertschöpfungseffekt nicht in der Wein-Herstellung und somit der Landwirtschaft zu finden, die etwa 390 Millionen Euro ausmachen. „Am meisten profitiert die Gastronomie mit knapp 1,5 Milliarden Euro (oder 39%) der gesamten Wertschöpfung, die durch den Wein in Österreich entsteht“. Auf Platz 3 folgt der Großhandel mit knapp 353 Millionen Euro. Das sehe man in der Statistik „sehr selten“, so Dr. Helmenstein, „da ansonsten die Branche selbst an der Spitze steht“.

 

„Ziel ist es, durch das Aufzeigen der Wertschöpfung zur Wertschätzung gegenüber dem zu kommen, was Weinbaubetriebe leisten“.

Johannes Schmuckenschlager, Präsident, Österreichischer Weinbauverband

Die Studie legte aber auch ein besonderes Augenmerk auf die vier Wein-Bundesländer (NÖ, Burgenland, Wien und Steiermark). Im Burgenland kommt dazu ein klarer Befund: Hier hat der Weinbau die größte Bedeutung für die landwirtschaftliche Produktion! Jedes 24. Beschäftigungsverhältnis hat mit Wein zu tun, was einen Spitzenwert darstellt. Beträgt der Anteil der Beschäftigten in der Weinbranche nur 1,35%, sind es im Burgenland 4,1% aller Arbeitsplätze.

Ried Satz, Ried Rosenberg, Ried Bühl, Weiden am See, © ÖWM / WSNA

Und auch der Anteil des Weinbaus an der gesamten Landwirtschaft sei nirgends so hoch wie an Pinka, Leitha und Neusiedler See, hieß es seitens der ÖWM: 29,5% macht die Weinproduktion an allen landwirtschaftlichen Erträgen aus.

Zur ÖWM-Erhebung geht es hier!